This article has been written in the year 2000. Some information will be changed and has to be actualised.
Grossherbivoren in grossflaechige Beweidungssystemen: Erfahrungen aus den Niederlanden
2 Die ursprüngliche ökologische Rolle großer Graser
3 Verwilderung (dedomestication) von Haustieren
4 Die niederländische Naturpolitik
4.1 Die Naturpolitik für natürliche Ökosysteme, oder das Beispiel: der Oostvaardersplassen
4.2 Die Naturpolitik für naturnahe Flächen und andere Gebiete, Schiene 2 und 3
4.3 Natur, Wald und Landschaft, auf dem Weg ins 21. Jahrhundert
5 Optionen beim Beweidungssystem
6 Krankheiten und Tierschutz
6.1 Krankheiten
6.2 Tierschutz
6.3 Kadaver für Aasfresser
6.4 Nahrung
6.5 Bullensterben
7 Der nationale Veterinärausschuß für Naturräume
8 Strategiepapier zur Beweidung in Naturräumen
8.1 Der Kontext
8.2 Was wird mit den Ergebnissen gemacht?
8.3 Leitlinie Großherbivoren
9 Internationale Perspektive und Zusammenarbeit
9.1 Ehemalige Kolchosen und russische Truppenübungsplätze
9.2 Internationales Recht
9.3 Schlußfolgerungen
10 Ausblick
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1. Einleitung
Großherbivoren in großflächige Beweidungssystemen: Erfahrungen aus den Niederlanden, von der Politik zum Management; daß ruft die Frage auf: sind die Niederlande ein Pionierland, wenn es um großflächige Beweidungssystemen in Naturräumen geht? Auf jeden Fall höre ich das immer wieder. Und auch ich selbst bekomme bei meiner Arbeit als Referent im Bereich Naturschutz diesen Eindruck. In den letzten Jahren hatte ich nämlich sehr viel mit diesem Thema zu tun. Immer mehr, wie mir scheint.
Und das hat schon seine Gründe. Zunächst die Brisanz dieses Themas in der niederländischen Öffentlichkeit. Man sorgte sich um die rechtzeitige Zufütterung der Rinder, Pferde und Rothirsche. Und man fragte sich, warum in einem ziemlich großen Naturschutzgebiet von ungefähr 5.600 ha am Ende des Winters 1998 - 1998
90 Tiere, davon 50 ältere Bullen, einfach verendeten, ohne daß etwas dagegen getan wurde. Die Zwischenfälle führten sogar dreimal zu einer Debatte im Parlament. Ein weiterer Grund ist das internationale Interesse für unser Konzept.
In der Tat, auf dem Gebiet von Beweidungssystemen in Naturräumen sind die Niederlande ein Pionierland. Die ersten Experimente gab es schon in den siebziger Jahren. Eingesetzt wurden nicht nur Schafherden, sondern auch Pferde und Rinder.
Gegenüber mechanischen Maßnahmen hat ein Beweidungssystem unseres Erachtens den Vorteil der größeren Natürlichkeit. Es entspricht mehr dem Prinzip der Dauerhaftigkeit. Außerdem kommt es billiger. Allerdings ist Beweidung durch Rinder und Pferde nicht das Allheilmittel, mit dem alle Naturschutzziele erreicht werden können. Wenn diese Ziele zum Beispiel mit einer herkömmlichen Heuwirtschaft zusammenhängen, geht das heute eigentlich nur mit Hilfe von Mähmaschinen.
Die Wahl der Beweidung statt traditioneller Pflegemaßnahmen hängt zusammen mit einem Interesse für Natur mit einem natürlichen Charakter. Dieses Interesse entstand in den Niederlanden in den frühen Achtzigern. An sich ist das nicht so verwunderlich. Denn die Niederlande sind ein in hohem Maße verstädtertes Land, gleichzeitig aber auch ein Land mit sehr guten Chancen für weiträumige neue Naturgebiete. Dies verdanken wir der besonderen geographischen Lage: an der Nordseeküste am Rande des europäischen Kontinents, wo oft auf kleinem Raum im Boden und dadurch auch im Wasserhaushalt große Unterschiede auftreten. Und Boden und Wasser sind Schlüsselfaktoren, wenn man neue Naturräume schaffen will.
Es gab also günstige Rahmenbedingungen. Und davon haben begeisterte und durchsetzungsfähige Naturschützer Gebrauch gemacht. Da kamen die Dinge in Gang. Plötzlich standen an der Grenze einige Lastwagen mit Heckrindern und Koniks aus Polen und Deutschland. Das war vor etwa fünfzehn Jahren. Und rückblickend dürfen wir froh sein, daß wir das damals gemacht haben. Wir haben viel gelernt, obwohl wir noch lange nicht am Ziel sind. Die Perspektiven sind aber gut.
2. Die urspr?ngliche ?kologische Rolle gro?er Graser
In der Vorzeit sorgten wildlebende Pflanzenfresser (Graser) für offene Stellen im Wald. Sie wirkten der Dominanz der Bäume entgegen und schufen so Lebensräume für andere Arten, Habitate, wie wir sie heute in Grünlandgebieten vorfinden. Durch die Jagd und die Landwirtschaft wurden die großen Pflanzenfresser in entlegene Gebiete zurückgedrängt. Lokale Populationen starben aus, manchmal sogar Metapopulationen.
Dieses Bild entspricht einem Statement, das letztes Jahr sowohl bei Forstleuten als auch bei Biologen wie ein Blitz einschlug. Es war die Schlußfolgerung der Doktorarbeit meines Kollegen Frans Vera mit dem Titel "Metaphors for the wilderness. Oak, hazel, cattle and horse" (Wageningen, Landwirtschaftliche Universität). Seiner Ansicht nach habe es in Mittel- und Westeuropa ursprünglich keinen geschlossenen Wald, sondern eine Art Parklandschaft gegeben, wo die Vegetationsentwickelung einem Kreislauf unterlegen habe. Und darin müssen große Pflanzenfresser eine bedeutende Rolle gespielt haben.
Er unterschied folgende Entwicklungsstadien:
- Auf beweideten Wiesen entstehen dornige Gebüsche.
- In diesen fraßgeschützten Zonen können Bäume heranwachsen.
- Der Baumbestand entwickelt sich zu einem Wald.
- Im Wald tritt durch große Graser und "Katastrophen" wie Dürre und Stürme ein langsamer Prozeß der Vergrasung ein.
- In der neu entstandenen Wiesenlandschaft fängt der Kreislauf wieder neu an.
Durch diesen ständigen Kreislauf habe es immer verschiedene Biotope (Wiese, Gebüsch und Wald) gegeben, wenn auch nicht immer an der gleichen Stelle. Frans Vera nennt dies die "theory of cyclical turnover" , auf deutsch also die Kreislauftheorie.
Und in der Tat muß man sich fragen, ob geschlossene Wälder wohl so natürlich sind, wie gemeinhin angenommen wurde. Es spricht viel dafür, daß die urwüchsige Landschaft West- und Mitteleuropas eher ein unregelmäßiges Mosaik aus offenen und waldigen Flächen war. In einem solchen Ökosystem gibt es einen Platz für Großgraser wie Rinder und Pferde. Ein Schwerpunktthema meines Beitrags ist nun, wie dieser Platz heute in Naturräumen wieder besetzt werden kann. Die Herausforderung ist, Umstände zu schaffen, die dafür in Betracht kommende Tiere Chancen bieten, und zwar in Räumen, wo auch andere Pflanzenfresser leben. Eine weitere Herausforderung wäre ein Ökosystem mit großen Grasern und großen Räubern.
3. Verwilderung (dedomestication) von Haustieren
Welche Pflanzenfresser könnten nun in unseren Naturlandschaften einen Platz haben? Wildlebende Arten sind heute das Rot-, Reh- und Damwild, das Wildschwein, der Elch, der Europäische Bison, der Hase, das Kaninchen und Wildgänse. Zu denken ist ferner an verschwundene Arten wie Wildrinder und Wildpferde wie den Tarpan, aber auch an Haustiere: Rinder, Pferde, Schafe und Ziegen. Die Bedeutung der wildlebenden Pflanzenfresser und der Tiere, die sie ersetzen sollen, liegt vor allem darin, daß sie eine Schlüsselrolle im Ökosystem spielen. Domestizierte Pflanzenfresser dagegen funktionieren in erster Linie als Landschaftspfleger, obwohl auch sie das Ökosystem beeinflussen.
Jeder große Pflanzenfresser soll, so eine Theorie, seine eigene, spezifische ökologische Nische haben. Weil es heute keine Wildrinder und Wildpferde mehr gibt, fehlt daher auch deren Funktion im Ökosystem. Und es ist wichtig, diese Lücke zu schließen.
Damit komme ich auf eine Reihe von Fragen:
| Ist es möglich, aus domestizierten Haustieren wieder Wildtiere zu machen? | |
| Ich denke da insbesondere an verhältnismäßig urwüchsige Rinder- und Pferderassen. | |
Einige alte Rassen haben, wie es scheint, noch Eigenschaften ihrer wildlebenden Vorfahren. | |
Werden solche Tiere in der freien Wildbahn die ökologische Nische ihrer Voreltern besetzen? | |
Welche Rassen eignen sich am besten zur Auswilderung in Mittel- und Osteuropa? | |
| Eignen sich da Heckrinder und Koniks? | |
Letzere weisen übrigens Ähnlichkeit mit dem aus Rückkreuzungen hervorgegangenen Tarpan auf. | |
Stehen alte Rassen zur Verfügung, wie zum Beispiel das Estnische Landpferd? | |
Es sollte eine Bestandsaufnahme solcher Rassen aufgestellt werden. | |
Während des Domestizierungsprozesses sei die Hirnmasse um 15 bis 25 % geschrumpft. | |
| Welchen Effekt hat das auf die Rückentwicklung? | |
| Die Abnahme der Hirnmasse ist auch bei Przewalskipferden festgestellt worden, die seit dem Beginn dieses Jahrhunderts in Gefangenschaft gelebt haben. Kreuzung mit einem Mongolischen Hengst (1906) und starke Inzucht dürften die Form der Gehirnschale bei diesen Tieren beeinflußt haben. | |
| Kann die Hirnmasse nach der Entlassung in die freie Wildbahn wieder zunehmen? | |
4. Die niederl?ndische Naturpolitik
Bei der Aussetzung großer Graser sind die Niederlande, wie bereits erwähnt, ein Pionierland. Da kann man natürlich fragen: Zufall oder paßt das zum Naturschutzkonzept dieses Landes? Deshalb möchte ich jetzt kurz die niederländische Naturpolitik vorstellen.
Im Jahre 1990 hat das niederländische Parlament einem wichtigen Strategiepapier zugestimmt, dem sogenannte Nationalen Maßnahmenprogramm Naturschutz. Zu den Zielen dieses Konzeptes gehört eine große Vielfalt und Biodiversität. Insbesondere sollen die Niederlande vielen Brut- und Zugvögeln einen Lebensraum und Rastplatz bieten. Letzteres ist von großer Bedeutung im internationalen Kontext. Das wichtigste Ziel ist aber die Verwirklichung eines nationalen Biotopverbundsystems, bestehend aus Naturgebieten und ökologischen Korridoren, dessen Basis die bestehenden Natur- und Waldflächen bilden.
Durch die Verwirklichung dieses Biotopverbundsystems soll das Areal an Natur- und Waldflächen, das in den letzten hundert Jahren von 900.000 auf ca. 450.000 ha geschrumpft war, in 30 Jahren wieder bis auf mindestens 700.000 ha anwachsen. .
Die Erweiterung dieses Areals ist folgendermaßen zu realisieren:
- 100 000 ha durch Ankauf von Agrarflächen;
- 50 000 ha durch Renaturierungs- und andere Entwicklungsmaßnahmen;
- mehr als 100 000 ha durch Vertragsnaturschutz auf Agrarflächen.
Wo und wie sollte die Arealerweiterung nun realisiert werden? Zur Beantwortung dieser Fragen wurde ein Konzept mit drei Schienen (oder kann ich besser reden von „Wegen"?) entwickelt:
Schiene A: | |
| Betrifft natürliche Ökosysteme. | |
| Man will das Areal der Zielkategorien vergrößern. | |
| Vorgesehen ist ein passives Management, das ausschließlich auf die Förderung des ökologischen Prozesses abzielt. | |
Schiene B: | |
| Betrifft naturnahe Flächen. | |
| Man will sich intensiv um eine größere Artenvielfalt bemühen. | |
| Vorgesehen ist ein aktives Management, vergleichbar mit der früheren landwirtschaftlichen Bewirtschaftung. Die Maßnahmen können sowohl durch Naturschutzleute als auch durch Landwirte durchgeführt werden. | |
Schiene C: | |
| Betrifft die Natur in anderen Gebieten. | |
| Die Maßnahmen dienen der Verbesserung, Vergrößerung und Vernetzung von Naturräumen. | |
| Vorgesehen ist eine enge Zusammenarbeit mit Landwirten, Freizeitunternehmen und Verwaltern von Militärgelände. | |
| Hier liegen gute Chancen für Management durch Landwirte, | |
4.1
Die Naturpolitik für natürliche Ökosysteme, oder das Beispiel: der Oostvaardersplassen
Für das niederländische Konzept hat das Schaffen natürlicher Ökosysteme (Schien 1) einen zentralen Stellenwert. Dabei handelt es sich um Natur, deren Pflege ein Minimum an menschlichen Maßnahmen erfordert. In diesem Rahmen passen auch Beweidungssystemen mit gleichsam wildlebenden Rindern und Pferden. Jetzt ganz kurz einige Worte zum Naturschutzkonzept für naturnahe Flächen und andere Gebiete wie Agrarflächen, Truppenübungsplätze, Freizeitflächen, Weg- und Gräbenränder usw. In beiden Fällen ist das Ziel die Erhaltung von Zielarten in ihrem Ökosystem. Dabei geht es u.a. um Wiesen und Heideflächen, kleine Wälder und Gebüsche. Auch für das Management dieser Flächen ist als Alternative zum Mähen Beweidung eine Option. Die Tiere können Naturschutzorganisationen gehören, aber auch Landwirten. Wo das möglich ist, kann das sogar besser sein. Auf Heideflächen zum Beispiel werden gute Ergebnisse erzielt. In den Niederlanden besteht das Risiko, daß Heideflächen vergrasen, dies vor allem als Folge der Nährstoffzufuhr durch die Luftverschmutzung. Rinder und Pferde bevorzugen Gras vor den rauhen Heidesträuchern. Das führt zur Überweidung der Stellen, wo Gras wächst. Hier wird der Boden dadurch nährstoffärmer und bekommen Heide und ihre Begleitflora neue Chancen. 4.3 Das 1990 beschlossene Nationale Maßnahmenprogramm Naturschutz ist auf Grund des Naturschutzgesetzes alle 8 Jahre zu evaluieren und anzupassen. Zu diesem Ziel starteten wir ein Projekt mit dem Namen: Natur, Wald und Landschaft auf dem Weg ins 21. Jahrhundert. Damit stehen wir jetzt vor der Herausforderung, Pläne für die Zukunft aufzustellen. Als Beispiel dafür zeige ich einige Skizzen, die Forscher und Naturschutzreferenten gemeinsam angefertigt haben, und zwar während einer Klausurtagung, die eine kreative Lösung bringen sollte. Das zentrale Thema ist Vernetzung. So sollte das größte zusammenhängende Waldgebiet der Niederlande (100.000 ha), die Veluwe, mit benachbarten Naturräumen vernetzt werden können, und zwar mit den Flußauen an seinem Rande, dem Waldgebiet Utrechter Hügelkette und dem Feuchtgebiet Oostvaardersplassen. Auch die Zersplitterung der einzelnen Gebiete, von der die Veluwe selbst, aber mehr noch die Utrechter Hügelkette betroffen ist, sollte in diesem Rahmen angepackt werden können. Ich bin gespannt, was aus dieser Idee wird.
Die Resultate mit solchen Managementsystemen sind bisher sehr positiv. In dem wichtigen Pilotgebiet Oostvaardersplassen im neuen Polder Flevoland wächst die Population sehr schnell, vielleicht wohl zu schnell, weil es keine natürliche Feinde gibt.
1983 wurden hier Heckrinder ausgesetzt. Das gleiche geschah wieder in den Jahren 1987 und 1989. Die ersten Jahre waren schwierig, auch deshalb, weil für eine kleine Population Zwischenfälle verhältnismäßig große Folgen haben. Seit 1986 ist die Population jedoch ständig gewachsen. Sie verdoppelt sich etwa alle vier Jahre.
Auch bei den Koniks war der Start schwierig. Es hat ungefähr sieben Jahre gedauert, bevor es zu einer schnellen Zunahme des Bestands kam. Es gibt aber Anzeichen dafür, daß die Bestandszunahme wegen Übervölkerung abschwächt, eine interessante Entwicklung für weitere ökologische Studien.
Keine Probleme gab es dagegen bei der Entwicklung der Rotwildpopulation, deren erste Exemplare aus Schottland, den Niederlanden und Polen kamen. Beim Rehwild war die Ansiedlung zunächst weniger erfolgreich. Zur Zeit scheint die Population aber zu wachsen.
Sowohl bei den Heckrindern als auch bei den Koniks verteilt sich die Bestandszunahme bemerkenswert gleichmäßig über beide Geschlechter. Bei den Heckrindern ist die Zahl der Bullen etwas niedriger als die der Kühe. Das läßt sich aber mit der kampfbedingten höheren Mortalität der Bullen erklären. Vor allem dann, wenn einem kämpfenden Bullen von einem dritten ein Stoß zwischen die Rippen versetzt wird, kann das tödlich ausgehen. Offenbar nimmt die Geburtsrate zur Zeit etwas ab. Im Jahre 1995 wurden 25 Tiere zum Zwecke von Veterinäruntersuchungen getötet. Außer IBR (Infektiöser Boviner Rhinotracheitis) wurde aber nichts Ernstes gefunden. Darauf werde ich später näher eingehen. Im frühen Frühjahr 1999 starben 50 Bullen als Folge von Futterproblemen. Auch darauf komme ich später zurück.
Bei den Koniks ist die Zahl der Hengste geringfügig höher als die der Stuten. Bei beiden Geschlechtern ist die Todesrate immer noch niedrig. Beim Zunehmen des Durchschnittsalters ist jedoch mit einer Zunahme zu rechnen.
Welchen Einfluß haben die Graser nun auf die Vegetation in diesem Gebiet? Sie verbessern die Lebensbedingungen für einander und für andere Arten, insbesondere auch für Vögel. Und das Gebiet Oostvaardersplassen ist vor allem auch ein Lebensraum für Vögel wie Schwäne, Gänse, Watvögel, Reiher und Greifvögel. Für solche Vögel ist eine niedrige Wiesenvegetation sehr geeignet. Übrigens weist die Ernährung von Rindern, Pferden und Hirschen Unterschiede auf, auch saisonal bedingte. Je nach Jahreszeit fressen die Tiere Gras, Brennesseln, Disteln, Wurzeln, Baumrinde und Schilf. So wird, abhängig von der endgültigen Individuenzahl und der Populationsdynamik, eine Art Parklandschaft entstehen: eine halboffene, steppenähnliche Wiesenlandschaft mit Gebüschen wie in dem von Galloway-Rindern beweideten Flußgebiet De Gelderse Poort.
Es gibt bereits erste Resultate. Nach mehr als einem Jahrhundert ist die Graugans wieder zurück als Brutvogel, und zwar in so großer Zahl, daß Landwirte anfangen, sich darüber zu beklagen. Die Anforderungen der Gänse an ihre Umwelt sind ziemlich komplex. Vor allem brauchen sie einen Mauserplatz und ausreichend Wiesenfläche zum Äsen nach der Mauser. Während der Mauser leben sie in Schilfröhrichten, wo sie sich von den jungen, zucker- und energiereichen Schilfschößlingen oder Moorgreiskraut (Senecio palustris) ernähren. Die dadurch verursachten Fraßschäden stoppen die Verschilfung von Wasserflächen oder verringern sogar den Schilfbestand. Die Wasserzone und damit der Lebensraum für Wasservögel, Watvögel (Löffler!) und Fische ist von der spezifischen ökologischen Rolle dieser Gänse abhängig und damit letztendlich von der Zahl der großen Graser.
Natürlich ist das Managementsystem abgestimmt auf die besondere Standortbedingungen im Gebiet Oostvaardersplassen, einem nährstoffreichen Feuchtgebiet. Andere Ökosysteme werden ein anderes Konzept erfordern.
4.2
Die Naturpolitik für naturnahe Flächen und andere Gebiete, Schiene 2 und 3
Natur, Wald und Landschaft, auf dem Weg ins 21. Jahrhundert
4.2
Die Naturpolitik für naturnahe Flächen und andere Gebiete, Schiene 2 und 3
Jetzt ganz kurz einige Worte zum Naturschutzkonzept für naturnahe Flächen und andere Gebiete wie Agrarflächen, Truppenübungsplätze, Freizeitflächen, Weg- und Gräbenränder usw. In beiden Fällen ist das Ziel die Erhaltung von Zielarten in ihrem Ökosystem. Dabei geht es u.a. um Wiesen und Heideflächen, kleine Wälder und Gebüsche.
Auch für das Management dieser Flächen ist als Alternative zum Mähen Beweidung eine Option. Die Tiere können Naturschutzorganisationen gehören, aber auch Landwirten. Wo das möglich ist, kann das sogar besser sein.
Auf Heideflächen zum Beispiel werden gute Ergebnisse erzielt. In den Niederlanden besteht das Risiko, daß Heideflächen vergrasen, dies vor allem als Folge der Nährstoffzufuhr durch die Luftverschmutzung. Rinder und Pferde bevorzugen Gras vor den rauhen Heidesträuchern. Das führt zur Überweidung der Stellen, wo Gras wächst. Hier wird der Boden dadurch nährstoffärmer und bekommen Heide und ihre Begleitflora neue Chancen.
4.3
Natur, Wald und Landschaft, auf dem Weg ins 21. Jahrhundert
Das 1990 beschlossene Nationale Maßnahmenprogramm Naturschutz ist auf Grund des Naturschutzgesetzes alle 8 Jahre zu evaluieren und anzupassen. Zu diesem Ziel starteten wir ein Projekt mit dem Namen: Natur, Wald und Landschaft auf dem Weg ins 21. Jahrhundert.
Damit stehen wir jetzt vor der Herausforderung, Pläne für die Zukunft aufzustellen. Als Beispiel dafür zeige ich einige Skizzen, die Forscher und Naturschutzreferenten gemeinsam angefertigt haben, und zwar während einer Klausurtagung, die eine kreative Lösung bringen sollte. Das zentrale Thema ist Vernetzung. So sollte das größte zusammenhängende Waldgebiet der Niederlande (100.000 ha), die Veluwe, mit benachbarten Naturräumen vernetzt werden können, und zwar mit den Flußauen an seinem Rande, dem Waldgebiet Utrechter Hügelkette und dem Feuchtgebiet Oostvaardersplassen. Auch die Zersplitterung der einzelnen Gebiete, von der die Veluwe selbst, aber mehr noch die Utrechter Hügelkette betroffen ist, sollte in diesem Rahmen angepackt werden können. Ich bin gespannt, was aus dieser Idee wird.
4.1
Die Naturpolitik für natürliche Ökosysteme, oder das Beispiel: der Oostvaardersplassen
Für das niederländische Konzept hat das Schaffen natürlicher Ökosysteme (Schien 1) einen zentralen Stellenwert. Dabei handelt es sich um Natur, deren Pflege ein Minimum an menschlichen Maßnahmen erfordert. In diesem Rahmen passen auch Beweidungssystemen mit gleichsam wildlebenden Rindern und Pferden. Jetzt ganz kurz einige Worte zum Naturschutzkonzept für naturnahe Flächen und andere Gebiete wie Agrarflächen, Truppenübungsplätze, Freizeitflächen, Weg- und Gräbenränder usw. In beiden Fällen ist das Ziel die Erhaltung von Zielarten in ihrem Ökosystem. Dabei geht es u.a. um Wiesen und Heideflächen, kleine Wälder und Gebüsche. Auch für das Management dieser Flächen ist als Alternative zum Mähen Beweidung eine Option. Die Tiere können Naturschutzorganisationen gehören, aber auch Landwirten. Wo das möglich ist, kann das sogar besser sein. Auf Heideflächen zum Beispiel werden gute Ergebnisse erzielt. In den Niederlanden besteht das Risiko, daß Heideflächen vergrasen, dies vor allem als Folge der Nährstoffzufuhr durch die Luftverschmutzung. Rinder und Pferde bevorzugen Gras vor den rauhen Heidesträuchern. Das führt zur Überweidung der Stellen, wo Gras wächst. Hier wird der Boden dadurch nährstoffärmer und bekommen Heide und ihre Begleitflora neue Chancen. 4.3 Das 1990 beschlossene Nationale Maßnahmenprogramm Naturschutz ist auf Grund des Naturschutzgesetzes alle 8 Jahre zu evaluieren und anzupassen. Zu diesem Ziel starteten wir ein Projekt mit dem Namen: Natur, Wald und Landschaft auf dem Weg ins 21. Jahrhundert. Damit stehen wir jetzt vor der Herausforderung, Pläne für die Zukunft aufzustellen. Als Beispiel dafür zeige ich einige Skizzen, die Forscher und Naturschutzreferenten gemeinsam angefertigt haben, und zwar während einer Klausurtagung, die eine kreative Lösung bringen sollte. Das zentrale Thema ist Vernetzung. So sollte das größte zusammenhängende Waldgebiet der Niederlande (100.000 ha), die Veluwe, mit benachbarten Naturräumen vernetzt werden können, und zwar mit den Flußauen an seinem Rande, dem Waldgebiet Utrechter Hügelkette und dem Feuchtgebiet Oostvaardersplassen. Auch die Zersplitterung der einzelnen Gebiete, von der die Veluwe selbst, aber mehr noch die Utrechter Hügelkette betroffen ist, sollte in diesem Rahmen angepackt werden können. Ich bin gespannt, was aus dieser Idee wird.
Die Resultate mit solchen Managementsystemen sind bisher sehr positiv. In dem wichtigen Pilotgebiet Oostvaardersplassen im neuen Polder Flevoland wächst die Population sehr schnell, vielleicht wohl zu schnell, weil es keine natürliche Feinde gibt.
1983 wurden hier Heckrinder ausgesetzt. Das gleiche geschah wieder in den Jahren 1987 und 1989. Die ersten Jahre waren schwierig, auch deshalb, weil für eine kleine Population Zwischenfälle verhältnismäßig große Folgen haben. Seit 1986 ist die Population jedoch ständig gewachsen. Sie verdoppelt sich etwa alle vier Jahre.
Auch bei den Koniks war der Start schwierig. Es hat ungefähr sieben Jahre gedauert, bevor es zu einer schnellen Zunahme des Bestands kam. Es gibt aber Anzeichen dafür, daß die Bestandszunahme wegen Übervölkerung abschwächt, eine interessante Entwicklung für weitere ökologische Studien.
Keine Probleme gab es dagegen bei der Entwicklung der Rotwildpopulation, deren erste Exemplare aus Schottland, den Niederlanden und Polen kamen. Beim Rehwild war die Ansiedlung zunächst weniger erfolgreich. Zur Zeit scheint die Population aber zu wachsen.
Sowohl bei den Heckrindern als auch bei den Koniks verteilt sich die Bestandszunahme bemerkenswert gleichmäßig über beide Geschlechter. Bei den Heckrindern ist die Zahl der Bullen etwas niedriger als die der Kühe. Das läßt sich aber mit der kampfbedingten höheren Mortalität der Bullen erklären. Vor allem dann, wenn einem kämpfenden Bullen von einem dritten ein Stoß zwischen die Rippen versetzt wird, kann das tödlich ausgehen. Offenbar nimmt die Geburtsrate zur Zeit etwas ab. Im Jahre 1995 wurden 25 Tiere zum Zwecke von Veterinäruntersuchungen getötet. Außer IBR (Infektiöser Boviner Rhinotracheitis) wurde aber nichts Ernstes gefunden. Darauf werde ich später näher eingehen. Im frühen Frühjahr 1999 starben 50 Bullen als Folge von Futterproblemen. Auch darauf komme ich später zurück.
Bei den Koniks ist die Zahl der Hengste geringfügig höher als die der Stuten. Bei beiden Geschlechtern ist die Todesrate immer noch niedrig. Beim Zunehmen des Durchschnittsalters ist jedoch mit einer Zunahme zu rechnen.
Welchen Einfluß haben die Graser nun auf die Vegetation in diesem Gebiet? Sie verbessern die Lebensbedingungen für einander und für andere Arten, insbesondere auch für Vögel. Und das Gebiet Oostvaardersplassen ist vor allem auch ein Lebensraum für Vögel wie Schwäne, Gänse, Watvögel, Reiher und Greifvögel. Für solche Vögel ist eine niedrige Wiesenvegetation sehr geeignet. Übrigens weist die Ernährung von Rindern, Pferden und Hirschen Unterschiede auf, auch saisonal bedingte. Je nach Jahreszeit fressen die Tiere Gras, Brennesseln, Disteln, Wurzeln, Baumrinde und Schilf. So wird, abhängig von der endgültigen Individuenzahl und der Populationsdynamik, eine Art Parklandschaft entstehen: eine halboffene, steppenähnliche Wiesenlandschaft mit Gebüschen wie in dem von Galloway-Rindern beweideten Flußgebiet De Gelderse Poort.
Es gibt bereits erste Resultate. Nach mehr als einem Jahrhundert ist die Graugans wieder zurück als Brutvogel, und zwar in so großer Zahl, daß Landwirte anfangen, sich darüber zu beklagen. Die Anforderungen der Gänse an ihre Umwelt sind ziemlich komplex. Vor allem brauchen sie einen Mauserplatz und ausreichend Wiesenfläche zum Äsen nach der Mauser. Während der Mauser leben sie in Schilfröhrichten, wo sie sich von den jungen, zucker- und energiereichen Schilfschößlingen oder Moorgreiskraut (Senecio palustris) ernähren. Die dadurch verursachten Fraßschäden stoppen die Verschilfung von Wasserflächen oder verringern sogar den Schilfbestand. Die Wasserzone und damit der Lebensraum für Wasservögel, Watvögel (Löffler!) und Fische ist von der spezifischen ökologischen Rolle dieser Gänse abhängig und damit letztendlich von der Zahl der großen Graser.
Natürlich ist das Managementsystem abgestimmt auf die besondere Standortbedingungen im Gebiet Oostvaardersplassen, einem nährstoffreichen Feuchtgebiet. Andere Ökosysteme werden ein anderes Konzept erfordern.
4.2
Die Naturpolitik für naturnahe Flächen und andere Gebiete, Schiene 2 und 3
Natur, Wald und Landschaft, auf dem Weg ins 21. Jahrhundert
4.2
Die Naturpolitik für naturnahe Flächen und andere Gebiete, Schiene 2 und 3
Jetzt ganz kurz einige Worte zum Naturschutzkonzept für naturnahe Flächen und andere Gebiete wie Agrarflächen, Truppenübungsplätze, Freizeitflächen, Weg- und Gräbenränder usw. In beiden Fällen ist das Ziel die Erhaltung von Zielarten in ihrem Ökosystem. Dabei geht es u.a. um Wiesen und Heideflächen, kleine Wälder und Gebüsche.
Auch für das Management dieser Flächen ist als Alternative zum Mähen Beweidung eine Option. Die Tiere können Naturschutzorganisationen gehören, aber auch Landwirten. Wo das möglich ist, kann das sogar besser sein.
Auf Heideflächen zum Beispiel werden gute Ergebnisse erzielt. In den Niederlanden besteht das Risiko, daß Heideflächen vergrasen, dies vor allem als Folge der Nährstoffzufuhr durch die Luftverschmutzung. Rinder und Pferde bevorzugen Gras vor den rauhen Heidesträuchern. Das führt zur Überweidung der Stellen, wo Gras wächst. Hier wird der Boden dadurch nährstoffärmer und bekommen Heide und ihre Begleitflora neue Chancen.
4.3
Natur, Wald und Landschaft, auf dem Weg ins 21. Jahrhundert
Das 1990 beschlossene Nationale Maßnahmenprogramm Naturschutz ist auf Grund des Naturschutzgesetzes alle 8 Jahre zu evaluieren und anzupassen. Zu diesem Ziel starteten wir ein Projekt mit dem Namen: Natur, Wald und Landschaft auf dem Weg ins 21. Jahrhundert.
Damit stehen wir jetzt vor der Herausforderung, Pläne für die Zukunft aufzustellen. Als Beispiel dafür zeige ich einige Skizzen, die Forscher und Naturschutzreferenten gemeinsam angefertigt haben, und zwar während einer Klausurtagung, die eine kreative Lösung bringen sollte. Das zentrale Thema ist Vernetzung. So sollte das größte zusammenhängende Waldgebiet der Niederlande (100.000 ha), die Veluwe, mit benachbarten Naturräumen vernetzt werden können, und zwar mit den Flußauen an seinem Rande, dem Waldgebiet Utrechter Hügelkette und dem Feuchtgebiet Oostvaardersplassen. Auch die Zersplitterung der einzelnen Gebiete, von der die Veluwe selbst, aber mehr noch die Utrechter Hügelkette betroffen ist, sollte in diesem Rahmen angepackt werden können. Ich bin gespannt, was aus dieser Idee wird.
5. Optionen beim Beweidungssystem
Welche Tiere man wählen soll, hängt vor allem von den Naturschutzzielen ab. Dafür sind wiederum mehrere Faktoren bestimmend: das Klima und andere Standortbedingungen wie der Umfang des Gebiets, die Vegetation und abiotische Elemente, aber auch die Interessen der Landwirte und die Nachfrage nach tierischen Produkten. Eine wichtige Rolle spielen auch die Kosten. Außer Personalkosten geht es da um die Beschaffung der Tiere, Zäune, Trinkwasser, Zusatzfutter und eventuell Unterkünfte.
Bei der Wahl des Beweidungssystems gibt es zunächst die Alternative ganzjährige oder saisonale Beweidung. Letzteres kann Verschiedenes bedeuten: Beweidung in der Sommersaison, aber auch nur im Frühling und Herbst oder nur im Winter. Auch hier hängt es vom Gebiet und von den Naturschutzzielen ab, welche Option empfehlenswert ist.
Verschiedene Optionen gibt es auch beim Ausmaß des menschlichen Einflusses. Unter diesem Gesichtspunkt sind u.a. folgende Systeme zu unterscheiden:
| das System der freien Wildbahn: | |||||||||||||||||||||||||||||||
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| das System des südenglischen New Forest : | |||||||||||||||||||||||||||||||
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| das landwirtschaftliche System: | |||||||||||||||||||||||||||||||
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| das landwirtschaftliche System: | |||||||||||||||||||||||||||||||
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| das landwirtschaftliche System: | |||||||||||||||||||||||||||||||
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| das landwirtschaftliche System: | |||||||||||||||||||||||||||||||
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| das System des südenglischen New Forest : | |||||||||||||||||||||||||||||||
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| das landwirtschaftliche System: | |||||||||||||||||||||||||||||||
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| das landwirtschaftliche System: | |||||||||||||||||||||||||||||||
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| das landwirtschaftliche System: | |||||||||||||||||||||||||||||||
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| das landwirtschaftliche System: | |||||||||||||||||||||||||||||||
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| das System des südenglischen New Forest : | |||||||||||||||||||||||||||||||
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| das landwirtschaftliche System: | |||||||||||||||||||||||||||||||
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| das landwirtschaftliche System: | |||||||||||||||||||||||||||||||
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| das landwirtschaftliche System: | |||||||||||||||||||||||||||||||
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| das landwirtschaftliche System: | |||||||||||||||||||||||||||||||
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| das System des südenglischen New Forest : | |||||||||||||||||||||||||||||||
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| das landwirtschaftliche System: | |||||||||||||||||||||||||||||||
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| das landwirtschaftliche System: | |||||||||||||||||||||||||||||||
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| das landwirtschaftliche System: | |||||||||||||||||||||||||||||||
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| das landwirtschaftliche System: | |||||||||||||||||||||||||||||||
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6. Krankheiten und Tierschutz
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In den Niederlanden gibt es oft eine Kontroverse zwischen Tierschützern und denjenigen, die für das Management der Bestände verantwortlich sind. Und in anderen Ländern gibt es diese Kontroverse mit Sicherheit auch. Mit meinen Fragen habe ich versucht, das Problem klar zu umreißen. Es empfiehlt sich zwischen natürlichen Ökosystemen und naturnaher Natur zu differenzieren. Oder in ethischen Termen: zu unterschieden zwischen Tierethik und Ökoethik.
Population 1-1-1999 | Gestorben | Mortalität | Abschuß | |||||
Rinder, davon | 493 | 71 | 15% | |||||
| 50 | 6 | ||||||
| 170 | 14 | 8% | |||||
| 7 | 2 | ||||||
Pferde | 370 | 14 | 4% | 3 | ||||
Rothirsche | 370 | 6 | 1,5% | 2 | ||||
Total | 1233 | 91 | 7,4% | |||||
Hätte Zufütterung geholfen? |
|
War Zufütterung wirklich nötig? |
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Ist das Gebiet zu klein, um eine so große Population zu tragen? |
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Hätte der für das Management Verantwortliche eingreifen müssen? |
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War das Bullensterben gut für die übrigen Tiere? |
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7. Der nationale Veterin?rausschu? f?r Naturr?ume
Um die Diskussion über große Graser in Naturräumen, sowohl auf der Ebene der politischen Entscheidungsfindung als auch bei de Agrarverbänden zu fördern, wurde 1994 ein Veterinärausschuß gegründet, der sich mit diesem Thema befassen sollte. Dabei handelt es sich um rechtliche Fragen, Veterinärfragen, die Tiergesundheit und Aspekte des Tierschutzes, also um das Wohlbefinden der Tiere, manchmal auch um deren Unlustgefühle.
Im Ausschuß sitzen Naturmanager, Vertreter der Landwirte, Tierärzte und Tierschützer verschiedener Disziplinen von den einschlägigen Ministerien, Natur- und Tierschutzorganisationen wie auch vom Agrarhandel und der Agroindustrie. Er soll Bericht erstatten an den Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Fischerei. Ein solches Forum ist ein gutes Instrument, um die Diskussion auf die richtige Ebene zu bringen und zu vermeiden, daß in einem zu frühen Stadium in der Presse oder im Fernsehen Berichte auftauchen. Denn besonders in dichtbesiedelten Ländern wie den Niederlanden muß man der Sensitivität der Öffentlichkeit Rechnung tragen.
8. Strategiepapier zur Beweidung in Naturräumen 8.1 Der Kontext Beweidung durch Tiere in freier Wildbahn gibt oft Anlaß zu heißen Diskussionen: über das Risiko für landwirtschaftliche Betriebe, über Exportanforderungen in und außerhalb der EU, über Tierschutzaspekte usw. Auch im Ministerium selbst hat der Plan Diskussionen ausgelöst. Referenten für Veterinärfragen, die Abteilung Landwirtschaft und die Abteilung Naturschutz betrachteten ihn aus verschiedenen Blickwinkeln. Ferner haben Agrarverbände, der Tierschutzverband, die Öffentlichkeit und sogar das Parlament sich in die Diskussion eingemischt. Offenbar war es schwierig, die Information so zu präsentieren, daß jeder ein klares Bild von den Argumenten bekam. Darum wurde beschlossen, ein Papier zum Thema Großgraser in den Naturräumen zu verfassen. 1999 wird dieses Papier fertig sein. Das Ziel ist, über folgende Fragen zu informieren: 8.2 Was wird mit den Ergebnissen gemacht? 8.3 Leitlinie Großherbivoren Beweidung durch Tiere in freier Wildbahn gibt oft Anlaß zu heißen Diskussionen: über das Risiko für landwirtschaftliche Betriebe, über Exportanforderungen in und außerhalb der EU, über Tierschutzaspekte usw. Auch im Ministerium selbst hat der Plan Diskussionen ausgelöst. Referenten für Veterinärfragen, die Abteilung Landwirtschaft und die Abteilung Naturschutz betrachteten ihn aus verschiedenen Blickwinkeln. Ferner haben Agrarverbände, der Tierschutzverband, die Öffentlichkeit und sogar das Parlament sich in die Diskussion eingemischt. Offenbar war es schwierig, die Information so zu präsentieren, daß jeder ein klares Bild von den Argumenten bekam. Darum wurde beschlossen, ein Papier zum Thema Großgraser in den Naturräumen zu verfassen. 1999 wird dieses Papier fertig sein. Das Ziel ist, über folgende Fragen zu informieren: 8.2 Was wird mit den Ergebnissen gemacht? 8.3 Leitlinie Großherbivoren
8.1 Der Kontext Beweidung durch Tiere in freier Wildbahn gibt oft Anlaß zu heißen Diskussionen: über das Risiko für landwirtschaftliche Betriebe, über Exportanforderungen in und außerhalb der EU, über Tierschutzaspekte usw. Auch im Ministerium selbst hat der Plan Diskussionen ausgelöst. Referenten für Veterinärfragen, die Abteilung Landwirtschaft und die Abteilung Naturschutz betrachteten ihn aus verschiedenen Blickwinkeln. Ferner haben Agrarverbände, der Tierschutzverband, die Öffentlichkeit und sogar das Parlament sich in die Diskussion eingemischt. Offenbar war es schwierig, die Information so zu präsentieren, daß jeder ein klares Bild von den Argumenten bekam. Darum wurde beschlossen, ein Papier zum Thema Großgraser in den Naturräumen zu verfassen. 1999 wird dieses Papier fertig sein. Das Ziel ist, über folgende Fragen zu informieren: 8.2 Was wird mit den Ergebnissen gemacht? 8.3 Leitlinie Großherbivoren
Beweidung durch Tiere in freier Wildbahn gibt oft Anlaß zu heißen Diskussionen: über das Risiko für landwirtschaftliche Betriebe, über Exportanforderungen in und außerhalb der EU, über Tierschutzaspekte usw.
Auch im Ministerium selbst hat der Plan Diskussionen ausgelöst. Referenten für Veterinärfragen, die Abteilung Landwirtschaft und die Abteilung Naturschutz betrachteten ihn aus verschiedenen Blickwinkeln. Ferner haben Agrarverbände, der Tierschutzverband, die Öffentlichkeit und sogar das Parlament sich in die Diskussion eingemischt. Offenbar war es schwierig, die Information so zu präsentieren, daß jeder ein klares Bild von den Argumenten bekam. Darum wurde beschlossen, ein Papier zum Thema Großgraser in den Naturräumen zu verfassen.
1999 wird dieses Papier fertig sein. Das Ziel ist, über folgende Fragen zu informieren:
- die Regierungspolitik in Sachen Großgraser in Naturräumen
- Naturschutzziele: Was läßt sich mit den großen Gräsern erreichen?
- Tierschutz: Ethik und Reproduktionsfähigkeit des Bestands
- Tierkrankheiten: Wie bekommt man die Risiken im Griff?
- rechtliche Fragen
- Kommunikation und Umsetzung.
8.2 Was wird mit den Ergebnissen gemacht?
- Anhand der Ergebnisse wird das Parlament kurz informiert (Leitlinie Großherbivoren, sehe 8.3).
- Sie dienen der Information von Naturmanagement-Organisationen.
- Sie dienen als Grundlage für die Entscheidungsfindung im Hinblick auf nationales und EU-Recht.
- Sie dienen als Basis für ein Sonderheft der niederländischen Zeitschrift für Naturschutz, das auch in englischer Übersetzung erscheinen wird.
8.3 Leitlinie Großherbivoren
- BRIEF DES FÜR NATURSCHUTZ ZUSTÄNDIGEN STAATSSEKRETÄRS (Januar 2000) AN DEN VORSITZENDEN DES PARLAMENTS
- GRUNDLAGE
- NATIONALES UND INTERNATIONALES RECHT
- ERFAHRUNGEN IN DER PRAXIS
- ENTHÄLT LEITLINIEN ÜBER
- BETREUUNG GROßHERBIVOREN IN NATURGEBIETEN (RINDERN, PFERDEN UND SCHAFEN)
- EINGREIFEN BEI LEIDEN, KRANKHEIT ODER VERLETZUNG
- TRAGFÄHIGKEIT DER GEBIETE ALS LEBENSRAUM DER TIERE
- BEIFÜTTERUNG
- BEKÄMPFUNG VON TIERKRANKHEITEN
- VERENDETE UND GETÖTETE TIERE
- UMSETZUNG
- IN ZUSAMMENARBEIT MIT
- GEBIETSVERWALTUNGEN
- VERTRETERN GEMEINNÜTZIGER ORGANISATIONEN
- IN ZUSAMMENARBEIT MIT
9. Internationale Perspektive und Zusammenarbeit
9.1 Ehemalige Kolchosen und russische Truppenübungsplätze
Zum Schluß noch einige Worte zu den ehemaligen Kolchosen und russischen Truppenübungsplätzen. Vor zwei Jahren hatte ich die Gelegenheit, zusammen mit meinem Freund Peter Veen und mit Anna Liro aus Polen an einem Bericht über Renaturierung auf den Flächen ehemaliger Kolchosen mitzuarbeiten. Dies geschah im Rahmen eines Memorandum of Understanding zwischen Polen und den Niederlanden auf die Bitte des polnischen Umweltministeriums in Zusammenarbeit mit dem niederländischen Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Fischerei.
Entscheidet man sich dafür, die Flächen der ehemaligen Kolchosen zum Teil als Naturareal auszuweisen, dann gibt es zwei Optionen:
- keine Pflege.
- großflächige Beweidung.
Im ersten Fall kann man zum Beispiel ein Sumpfgebiet aus solchen Flächen machen. Letzteres ist insbesondere auch dann interessant, wenn auch sozioökonomische Aspekte berücksichtigt werden können.
9.2 Internationales Recht Mit diesem Exkurs bin ich auf die internationale Dimension des Themas gekommen. Diese spielt insbesondere eine Rolle beim Veterinärrecht. Da sind nämlich verschiedene Ebenen zu unterscheiden: Am Zustandekommen veterinärrechtlicher Regelungen arbeiten Agrarökonomen und Veterinäre. Und beide Gruppen haben keinen Blick für die Belange des Naturschutzes, sondern betrachten die Entwicklungen in Naturräumen ausschließlich aus dem Blickwinkel der Risiken für die Landwirtschaft. Nicht alle Krankheiten sind allerdings gleich ernst oder gefährlich. Man kann fünf Kategorien unterscheiden: von hochansteckend bis eher risikolos. Und in bezug auf die Natur möchte ich eine wichtige Tatsache unterstreichen: In Ökosystemen spielen Krankheiten eine wichtige Rolle. Sie sind eine der wichtigsten regulierenden Faktoren. Zugegeben, wenn in einem Naturgebiet eine ernste Krankheit auftritt, dann muß man selbstverständlich eingreifen. Aber ob es bei Ausbrüchen außerhalb des Naturraums erforderlich ist, auch die Tiere im Naturraum zu töten, das muß man sich ernsthaft fragen. Die Bedingungen, unter denen Tiere in großräumigen, extensiv beweideten Gebieten leben, ist völlig anders als in intensiv bewirtschafteten landwirtschaftlichen Betrieben. Bei den Kategorien 3 und 4 handelt es sich um Krankheiten, die unter natürlichen Bedingungen nicht selten sind. Es ist die Frage, ob die infizierten Tiere getötet werden sollen. Zum Vergleich möchte ich auf den Dachs in Großbritannien hinweisen, der Träger der Tuberkulose sein kann. Das gleiche gilt für Keulungsprogramme, zum Beispiel bei IBR. Ein Tier kann den Erreger mit sich tragen, ohne krank zu werden. Bei so einem Tier wird die Krankheit nur in Streßsituationen manifest werden. Die Ausrottung einer solchen Krankheit erfordert, daß die Tiere zweimal im Jahr behandelt werden. Und bei Tieren, die unter eher natürlichen Bedingungen leben, bedeutet gerade das Streß. Ich möchte jetzt zwei Schlußfolgerungen ziehen: Am Zustandekommen veterinärrechtlicher Regelungen arbeiten Agrarökonomen und Veterinäre. Und beide Gruppen haben keinen Blick für die Belange des Naturschutzes, sondern betrachten die Entwicklungen in Naturräumen ausschließlich aus dem Blickwinkel der Risiken für die Landwirtschaft. Nicht alle Krankheiten sind allerdings gleich ernst oder gefährlich. Man kann fünf Kategorien unterscheiden: von hochansteckend bis eher risikolos. Und in bezug auf die Natur möchte ich eine wichtige Tatsache unterstreichen: In Ökosystemen spielen Krankheiten eine wichtige Rolle. Sie sind eine der wichtigsten regulierenden Faktoren. Zugegeben, wenn in einem Naturgebiet eine ernste Krankheit auftritt, dann muß man selbstverständlich eingreifen. Aber ob es bei Ausbrüchen außerhalb des Naturraums erforderlich ist, auch die Tiere im Naturraum zu töten, das muß man sich ernsthaft fragen. Die Bedingungen, unter denen Tiere in großräumigen, extensiv beweideten Gebieten leben, ist völlig anders als in intensiv bewirtschafteten landwirtschaftlichen Betrieben. Bei den Kategorien 3 und 4 handelt es sich um Krankheiten, die unter natürlichen Bedingungen nicht selten sind. Es ist die Frage, ob die infizierten Tiere getötet werden sollen. Zum Vergleich möchte ich auf den Dachs in Großbritannien hinweisen, der Träger der Tuberkulose sein kann. Das gleiche gilt für Keulungsprogramme, zum Beispiel bei IBR. Ein Tier kann den Erreger mit sich tragen, ohne krank zu werden. Bei so einem Tier wird die Krankheit nur in Streßsituationen manifest werden. Die Ausrottung einer solchen Krankheit erfordert, daß die Tiere zweimal im Jahr behandelt werden. Und bei Tieren, die unter eher natürlichen Bedingungen leben, bedeutet gerade das Streß. Ich möchte jetzt zwei Schlußfolgerungen ziehen:
Mit diesem Exkurs bin ich auf die internationale Dimension des Themas gekommen. Diese spielt insbesondere eine Rolle beim Veterinärrecht. Da sind nämlich verschiedene Ebenen zu unterscheiden: Am Zustandekommen veterinärrechtlicher Regelungen arbeiten Agrarökonomen und Veterinäre. Und beide Gruppen haben keinen Blick für die Belange des Naturschutzes, sondern betrachten die Entwicklungen in Naturräumen ausschließlich aus dem Blickwinkel der Risiken für die Landwirtschaft. Nicht alle Krankheiten sind allerdings gleich ernst oder gefährlich. Man kann fünf Kategorien unterscheiden: von hochansteckend bis eher risikolos. Und in bezug auf die Natur möchte ich eine wichtige Tatsache unterstreichen: In Ökosystemen spielen Krankheiten eine wichtige Rolle. Sie sind eine der wichtigsten regulierenden Faktoren. Zugegeben, wenn in einem Naturgebiet eine ernste Krankheit auftritt, dann muß man selbstverständlich eingreifen. Aber ob es bei Ausbrüchen außerhalb des Naturraums erforderlich ist, auch die Tiere im Naturraum zu töten, das muß man sich ernsthaft fragen. Die Bedingungen, unter denen Tiere in großräumigen, extensiv beweideten Gebieten leben, ist völlig anders als in intensiv bewirtschafteten landwirtschaftlichen Betrieben. Bei den Kategorien 3 und 4 handelt es sich um Krankheiten, die unter natürlichen Bedingungen nicht selten sind. Es ist die Frage, ob die infizierten Tiere getötet werden sollen. Zum Vergleich möchte ich auf den Dachs in Großbritannien hinweisen, der Träger der Tuberkulose sein kann. Das gleiche gilt für Keulungsprogramme, zum Beispiel bei IBR. Ein Tier kann den Erreger mit sich tragen, ohne krank zu werden. Bei so einem Tier wird die Krankheit nur in Streßsituationen manifest werden. Die Ausrottung einer solchen Krankheit erfordert, daß die Tiere zweimal im Jahr behandelt werden. Und bei Tieren, die unter eher natürlichen Bedingungen leben, bedeutet gerade das Streß. Ich möchte jetzt zwei Schlußfolgerungen ziehen:
- die Welt
- die EU
- das eigene Land.
Am Zustandekommen veterinärrechtlicher Regelungen arbeiten Agrarökonomen und Veterinäre. Und beide Gruppen haben keinen Blick für die Belange des Naturschutzes, sondern betrachten die Entwicklungen in Naturräumen ausschließlich aus dem Blickwinkel der Risiken für die Landwirtschaft.
Nicht alle Krankheiten sind allerdings gleich ernst oder gefährlich. Man kann fünf Kategorien unterscheiden: von hochansteckend bis eher risikolos. Und in bezug auf die Natur möchte ich eine wichtige Tatsache unterstreichen: In Ökosystemen spielen Krankheiten eine wichtige Rolle. Sie sind eine der wichtigsten regulierenden Faktoren.
Zugegeben, wenn in einem Naturgebiet eine ernste Krankheit auftritt, dann muß man selbstverständlich eingreifen. Aber ob es bei Ausbrüchen außerhalb des Naturraums erforderlich ist, auch die Tiere im Naturraum zu töten, das muß man sich ernsthaft fragen. Die Bedingungen, unter denen Tiere in großräumigen, extensiv beweideten Gebieten leben, ist völlig anders als in intensiv bewirtschafteten landwirtschaftlichen Betrieben.
Bei den Kategorien 3 und 4 handelt es sich um Krankheiten, die unter natürlichen Bedingungen nicht selten sind. Es ist die Frage, ob die infizierten Tiere getötet werden sollen. Zum Vergleich möchte ich auf den Dachs in Großbritannien hinweisen, der Träger der Tuberkulose sein kann. Das gleiche gilt für Keulungsprogramme, zum Beispiel bei IBR. Ein Tier kann den Erreger mit sich tragen, ohne krank zu werden. Bei so einem Tier wird die Krankheit nur in Streßsituationen manifest werden. Die Ausrottung einer solchen Krankheit erfordert, daß die Tiere zweimal im Jahr behandelt werden. Und bei Tieren, die unter eher natürlichen Bedingungen leben, bedeutet gerade das Streß.
Ich möchte jetzt zwei Schlußfolgerungen ziehen:
- Es ist wichtig, aktiv auf die Entwicklung rechtlicher Regelungen Einfluß zu nehmen, sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene.
- Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Ländern ist empfehlenswert.
10. AUSBLICK
Zusammenfassend möchte ich unterstreichen, daß der Einsatz großer Graser in Naturräumen sehr interessant ist, zunächst mal als Managementinstrument, aber vor allem wegen deren Funktion im Ökosystem. Noch steht dieses Konzept in den Kinderschuhen. Ich hoffe aber, mit diesem Beitrag Denkanstöße für eine Weiterentwicklung der Ideen über vollständigere Ökosysteme gegeben zu haben. Ich hoffe auch, daß in den zuständigen Behörden mehr Referenten davon überzeugt werden, daß es auch in Europa Möglichkeiten gibt, Ökosysteme um große Pflanzenfresser und Fleischfresser und andere von weiträumigen Lebensräumen abhängige Organismen, zu ergänzen. This article has been written in the year 2000. Some information will be changed and has to be actualised.
Zusammenfassend möchte ich unterstreichen, daß der Einsatz großer Graser in Naturräumen sehr interessant ist, zunächst mal als Managementinstrument, aber vor allem wegen deren Funktion im Ökosystem. Noch steht dieses Konzept in den Kinderschuhen. Ich hoffe aber, mit diesem Beitrag Denkanstöße für eine Weiterentwicklung der Ideen über vollständigere Ökosysteme gegeben zu haben. Ich hoffe auch, daß in den zuständigen Behörden mehr Referenten davon überzeugt werden, daß es auch in Europa Möglichkeiten gibt, Ökosysteme um große Pflanzenfresser und Fleischfresser und andere von weiträumigen Lebensräumen abhängige Organismen, zu ergänzen.
This article has been written in the year 2000. Some information will be changed and has to be actualised.
